CO₂-Bilanz, THG-Bilanz, Klimabilanz - Nachhaltigkeitsbegriffe erklärt

CO₂-Bilanz, THG-Bilanz, Klimabilanz, ESG-Report — was ist eigentlich korrekt? 

In der Nachhaltigkeits- und Reporting-Welt tauchen viele Begriffe auf. Doch wenn es wirklich um den gesamten Klimaeinfluss geht, führt kein Weg an der THG-Bilanz vorbei. 

CO₂-Bilanz, THG-Bilanz, Klimabilanz, ESG-Report — was ist eigentlich korrekt? 

Wer sich mit Nachhaltigkeit und Klimastrategie beschäftigt, begegnet schnell einem Begriffsdschungel. Was steckt hinter den einzelnen Bezeichnungen und welche ist die richtige Grundlage für Organisationen, die ihren Fußabdruck ernsthaft messen wollen? 

CO₂-Bilanz 

Die CO₂-Bilanz fokussiert sich ausschließlich auf Kohlendioxid-Emissionen. Sie war lange der geläufigste Begriff, greift aber zu kurz: Andere Treibhausgase wie Methan (CH₄) oder Lachgas (N₂O) haben eine deutlich höhere Klimawirkung und bleiben dabei unberücksichtigt. 

THG-Bilanz — die fachlich korrekte Grundlage 

Die Treibhausgasbilanz (THG-Bilanz) umfasst alle relevanten Treibhausgase, ausgedrückt in CO₂-Äquivalenten (CO₂e). Sie ist die präzise, allumfassende Methode zur Messung des Klimafußabdrucks eines Unternehmens, eines Produkts oder einer Veranstaltung. 

Unser Ansatz 

Bei vionmo nutzen wir die THG-Bilanz als Standard, weil sie Greenwashing vorbeugt, fachlich anerkannt ist und eine solide Grundlage für Nachhaltigkeitsberichte und ESG-Reports liefert. 

Klimabilanz 

Der Begriff Klimabilanz wird oft synonym zur THG-Bilanz verwendet und ist in der Außenkommunikation gut verständlich. In der Fachwelt ist jedoch „THG-Bilanz" der präzisere und korrektere Begriff. 

ESG-Report 

Der ESG-Report betrachtet drei Dimensionen: E (Environment, inkl. THG-Bilanz), S (Social — Arbeitsbedingungen, Diversität) und G (Governance — Unternehmensführung, Transparenz). Die THG-Bilanz ist dabei ein zentraler Baustein — aber eben nur ein Teil des größeren Bildes. 

Praxisbeispiel: Besucher:innenmobilität in österreichischen Museen 

Genau diese THG-Perspektive haben wir in einem Pilotprojekt von Dezember 2025 bis Januar 2026 in fünf österreichischen Kulturinstitutionen angewendet: Lentos Kunstmuseum Linz, Museum der Moderne Salzburg, Universalmuseum Joanneum Graz, vorarlberg museum Bregenz und kärnten.museum Klagenfurt. 

Im Schnitt entstehen bis zu 80 % der CO₂-Emissionen im Kulturbetrieb bei der Anreise: der größte Hebel und gleichzeitig der am wenigsten erfasste. Über QR-Codes und das Mobility Insights Tool wurden Anreisedaten anonym erhoben. Das Ergebnis: fundierte Grundlagen für Nachhaltigkeitsberichte, Förderanträge und Sponsoring-Gespräche ohne großen technischen Aufwand. 

Der vollständige Praxisbericht wurde vom Österreichischen Museumsbund veröffentlicht:

Zum Bericht auf MUSEUMSBUND.AT

Kurz gesagt

Die THG-Bilanz ist die Basis für Klimastrategien, Nachhaltigkeitsberichte und ESG-Reporting. Und wie das Pilotprojekt mit fünf österreichischen Museen zeigt: Selbst der oft übersehene Bereich der Besuchermobilität lässt sich mit einfachen Mitteln messbar machen. 

Denn ohne Daten bleibt Nachhaltigkeit ein Versprechen. Mit Daten wird sie zur Strategie.

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Unser Artikel ist erschienen – im neues museum