Unser Artikel ist erschienen – im neues museum
Wir haben ein Pilotprojekt mit fünf österreichischen Museen durchgeführt – und durften darüber im Fachmagazin neues museum (Ausgabe Nachhaltiges Museum, S. 100) berichten.
Lentos Kunstmuseum Linz
Es ist so weit: Unser Beitrag im neues museum – dem Fachmagazin des Österreichischen Museumsbundes – ist erschienen. Das freut uns sehr, denn dahinter steckt ein Projekt, das uns wirklich am Herzen liegt: niederschwellige Datenerhebung als Werkzeug für nachhaltigere Museen.
📰neuesmseum - Nachhaltiges Museum: Ausgabe 26/1–2 · Seite 100
Worum geht's?
Bis zu 80 % der CO₂-Emissionen im Kulturtourismus entstehen durch die Anreise der Besucher:innen. Ein riesiger Hebel – und gleichzeitig einer, über den die meisten Museen kaum verlässliche Daten haben. Woher kommen die Gäste? Wie sind sie angereist? Was brauchen sie wirklich?
Genau hier haben wir angesetzt.
Von Dezember 2025 bis Januar 2026 haben wir gemeinsam mit dem Büro WEGWEISER ein Pilotprojekt in fünf österreichischen Museen durchgeführt – und eine webbasierte Lösung zur Erfassung von Besucher:innenmobilität getestet.
Die teilnehmenden Häuser:
LENTOS Kunstmuseum Linz
Museum der Moderne Salzburg
Universalmuseum Joanneum Graz
vorarlberg museum Bregenz
kärnten.museum Klagenfurt
Mehr als Klimadaten
Was als Instrument zur Emissionserfassung startete, entwickelte sich schnell zu einem multifunktionalen Analysewerkzeug. Über einen simplen QR-Code – an der Kasse, im Foyer oder auf Flyern – konnten die Museen nicht nur Mobilitätsdaten erheben, sondern auch Erkenntnisse zu Zielgruppen, Marketingwirksamkeit und Besuchsfrequenz gewinnen.
5 Museen - 2 Monate Laufzeit - 80% der Emissionen durch Anreise
Das Spannende: Die Erhebung wurde von Besucher:innen nicht als störend, sondern als Gesprächsanlass wahrgenommen – eine natürliche Möglichkeit, über Nachhaltigkeit und das Konzept des „Grünen Museums" zu sprechen.
Was wir gelernt haben
Ein paar Erkenntnisse, die uns besonders beschäftigen:
Menschen machen den Unterschied. Wo QR-Codes alleine standen, blieb die Beteiligung gering. Wo das Kassenpersonal aktiv angesprochen hat – und den Sinn dahinter kannte – stieg die Rücklaufquote deutlich. Kein Tool ersetzt echtes Engagement.
Weniger ist mehr. Zu viele Fragen schrecken ab. Die Balance zwischen Informationsgewinn und angenehmem Erlebnis ist entscheidend – schließlich soll der Museumsbesuch nicht zur Umfrage werden.
Daten entfalten ihren Wert in der Praxis. Wer weiß, dass 60 % der Gäste mit der Bahn kommen, kann in bessere Wegführung ab dem Bahnhof investieren. Wer seine Zielgruppen kennt, kann Marketing gezielter einsetzen. Kluges Handeln auf Basis fundierter Erkenntnisse – das ist der Kern.
Warum uns das wichtig ist
Wir glauben, dass Museen nicht auf Big Data oder teure Marktforschung angewiesen sein müssen, um gute Entscheidungen zu treffen. Eine Web-App, ein QR-Code und ein sensibilisiertes Team reichen, um wertvolle Einblicke zu gewinnen – DSGVO-konform, niederschwellig, wirkungsvoll.
Das Pilotprojekt zeigt: Dieser Weg ist auch für kleinere Häuser gangbar. Und der erste Schritt ist oft einfacher als gedacht.
Kultur lebt vom Dialog – auch mit den Daten ihrer Gäste.

